Ich glaube mein Gott ist dope!

Stell dir vor du gehst aus deiner Haustür und immer ist etwas los.
Mythen, Melodien & Meinungen.
Gelächter, Geschrei, Gesänge.
Das volle Programm. Real Life und so.
Ich wohne echt gerne hier.

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Alle paar Monate lerne ich hier Menschen kennen, die ich vorher noch nie gesehen habe. Es sind immer Männer.
Was hast du, wollen sie wissen*

* Bisher hat nur einer nicht gefragt und dem habe ich bei zwei Schlückchen Rotwein einfach alles erzählt. Ganz ohne logische Gründe hatte ich Lust empfunden das alte Spiel umzudrehen. Angeheitert hatte Ich mich sehr klug und witzig gefühlt, denn in meiner Zeit als PR Tante hatte ich schließlich gelernt, dass m/f/m in der Offensive die Story besser lenken kann. Anscheinend war mir wichtig diesem fremden Menschen in einer abgespeckten Version alles über mich und meine Nerven zu erzählen, um den immer gleichen Fragen zu entfliehen. Der Typ stellte tatsächlich keine Fragen. Saß einfach nur seelenruhig rauchend da, während er mein Date crashte und alles durcheinanderbrachte.
Egal. Andere Story.
Jetzt soll es aber um die interessante (und ganz ohne Schwärmereien)  Begegnung mit Mr. Jack, dem selbsternannten Heiler 😇 gehen.

Ich will zwar nur einen Brief einwerfen, aber ich trage trotzdem mein YouTube Perfect Make-Up Routine Make-Up, da ich irgendwann entschieden hatte, dass ich mich wenigstens wohlfühlen will, wenn schon alle immer gucken. An guten Tagen meditiere ich sogar, um die Spannung aus den Muskeln, Nerven und vor allem aus dem Kopf zu nehmen.
Ich bin also immer gut vorbereitet, wenn ich meine Straße der Überraschungen betrete.

Keine drei Schritte aus der Haustür, steht auf einmal ein Mann neben mir und sagt, Gott will nicht, dass du so gehst. Ich sehe dich normal laufen. Dann erst fragt er das obligatorische, was hast du? Danach sagt er etwas Unerwartetes, ich werde dich heilen, du sollst nicht so durchs Leben gehen. Du glaubst doch an Gott oder?
Ich lächele, nicke und sage mit leiser Stimme sowas wie, ja, ok, danke.

Er stellt sich als Jack vor.
Darf ich dir meine Nummer geben?
Ok. Ich sage nicht, dass ich mein Handy dabeihabe.
Stütze mich einfach verwundert auf meinen Gehhilfen ab und schaue in die Augen des Mannes, ohne zu verstehen was das alles zu bedeuten hat.

Jack geht in den nächstbesten Laden, ein Reisebüro um sich Papier und Stift zu besorgen.
Ich stehe mit meinen Gehhilfen begeistert und gleichzeitig auch verwundert auf dem Weg. Drinnen sitzt Jack als wäre er ein Kunde, der eine Reise buchen will vor der Mitarbeiterin und schreibt etwas auf einen blauen Zettel.

Er kommt wieder raus und gibt mir den blauen Zettel.
Meld dich, wenn ich für dich beten soll.
Ok, danke.
Wir verabschieden uns.
Er lächelt.
Und denk dran, Gott ist immer bei dir.

Den kurzen Weg bis zum Briefkasten lache ich in mich hinein, als ob ich gerade den Witz des Jahrhunderts gehört hätte.

Dann spüre ich den Moment der Erleuchtung.
Ich habe es geschafft! Fremde Menschen sagen mir, dass sie sehen wie ich wieder ganz normal laufe. Es fühlt sich echt toll an, wenn m/f/m nicht die einzige Person ist, die an etwas glaubt. Highfive to the Universe!

Ich erzähle BFF von dem Encounter. Sie stimmt mir zu, dass ich mich melden sollte.
Das mache ich auch. Daraufhin fragt er wie alt ich bin und was ich am Wochenende mache. Ich frage warum er das wissen will und hole dann mal wieder meinen stillen Bekannten, den ich ja (nicht) date aus meinem Ärmel.
Lowfive to myself!
Bis mir einfällt, dass ich ja nur so halb unehrlich war. Mein Podcast-Co-Host und guter Freund Matze, den ich zwar nicht date, aber einmal in der Woche treffe, regte sich nämlich wirklich auf. Er hatte schon einmal miterlebt, wie ich auf der Straße angesprochen wurde und fand das alles sehr eigenartig.

Haste ihm wieder deine Nummer gegeben?
Ja, er war nett.
Boah, Marsha und dann beschwerst du dich, dass er dir die ganze Zeit schreibt? Check mal einer die Frauen.

Jack hat cool auf meinen „Bekannten“ reagiert. Es sei seine Berufung zu heilen.
Als Mann von Gott hat er wahrscheinlich eh kein Interesse an mir.

In der Zwischenzeit kann ich jeden Tag besser laufen. Das kann viele Gründe haben. Aber einer ist vielleicht dieser Mann, der mir alle paar Tage schreibt, dass Gott bei mir ist.

Entspannt schicke ich ihm erneut ein Amen (mit ❤), das bei Matze nachdenkliches Kopfschütteln auslöst.

Vielleicht brauchen wir einfach alle mehr ❤ im Leben.

Den Song, bzw. das Konzert habe ich ausgesucht, weil Damian Marleys Songs für mich sehr mindful klingen. Außerdem trägt eine seiner Backgroundsängerinnen ein Shirt mit der Aufschrft, God is Dope. Das gefällt mir, denn m/f/m kann es verstehen wie frau möchte. Vielleicht ist Gott ja auch die ❤ und wir sollten alle nach diesem Gefühl süchtig werden.
Vielleicht wäre die Welt dann ein besserer Ort. Who knows?

 

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