Throwback to the fullest

Ich hatte mir gerade meine Lieblingsjoggingsanzughose angezogen, als BFF mich dazu aufforderte den Chatverlauf mit einem Mann, der zwei Tickets für das ausverkaufte Konzert hatte, zu checken. Der Mann fragte nach einem sogenannten Vertrauensvorschuss per Paypal, auf den wir nicht eingingen.

2 Stunden später saßen wir dank BFFs charmanten Verhandlungsgeschicks auf den einzigen Sitzplätzen, die der große Raum anzubieten hatte und stießen mit ausversehen reingeschmuggelten Jägermeisterfläschchen an.

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Vieles verändert sich ja im Laufe des Lebens.

Die Art wie wir uns ausdrücken durch die Sprache; die Musik, die Outfits, die Make-Up-Routines, die wir lieben. Das mit den Männerchoices, wie m/f/m zu Kindern steht, die Stadt in der frau wohnt und so…  

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Manches bleibt tatsächlich ähnlich.

 

Die Songs der späten Nineties und frühen Noughties haben auch heute noch ihren unverwechselbaren Vibe, der in mir immer das Bedürfnis nach mehr erweckt. Wir sind im Throwback-Mood und lachen über die Party Zeit von damals. Jeder Satz beginnt mit den Worten „Weißt du noch?“ Selbst die Moderation des Comedy Rebell führt uns in vergangene Zeiten, in denen es noch keine Whatsapp Nachrichten mit zwei blauen Häkchen gab. Weißt du noch als wir noch so gar keinen Plan von ewiger Erreichbarkeit, Online-Sucht und Influencer-Karrieren hatten? Damals hießen Fuckboys noch ganz einfach Arschloch oder Dicke-Eier-Typ.

Früher, da tranken wir gerne Wodka Bulls, die wir uns von den netten Jungs ausgeben ließen und mit der Gruppe teilten. Gekleidet oftmals in engen Hosen und engen Tops, tanzten wir in einem Kreis in der Ecke der HipHop Disko. Da sagte man noch Disko. Dort ging fast immer eine Zigarette mit unterschiedlichsten Inhalten umher. Wir haben alles geteilt und konnten mit 10 bis 20 Euro die lustigsten, längsten und seltsamsten Partynächte feiern.

Heute nippen wir an unseren Gin Tonics, im Portemonnaie sind 50er und ein Not-100-Euro-Schein, man kann ja nie wissen. Die Neumütter und Schwangeren aus der alten Crew wünschen sich für ihre Kinder, dass sie etwas weniger feierwütig und weniger experimentierfreudig werden. Heute brauchen wir für Make-Up und Outfit länger als für das Killen der obligatorischen Vortrink Wodkaflasche.

Auf der Bühne zieht sich der Sänger aus. BFF schreit mir entgegen, dass ihr Kopfkino aus der Bahn geraten ist und nicht mehr mit ihren christlichen Werten vereinbar ist. Ich applaudiere so laut ich kann, keine Ahnung wem genau.

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