Marshas und Matzes Mixtape is on!

Mein Kumpel Matze und ich haben im Spätsommer 18 angefangen einen Podcast aufzunehmen. Am Anfang wussten wir nur, dass wir unsere Fav-Tracks spielen wollten. Wie Radio-DJs. Wir nannten unseren Podcast deswegen auch ganz pragmatisch Marshas und Matzes Radioshow und waren happy endlich ein neues Ventil für unsere Musik-Fan-Zone gefunden zu haben.

Bevor wir den Podcast starteten war der eigentliche Plan Ideen für die Vermarktung meines Labels zu finden und uns als erfolgreiche Fairtrade Streetwear-Label-Leute zu etablieren. Meistens hörten wir aber viel lieber Musik und philosophierten dabei über die Zukunft des Internets. Matze war überzeugt davon, dass Podcasts der neueste Shit seien. Ich war eher der YouTube und Netflix Fan.

Aus den vielen teilweise guten und teilweise echt obskuren Geschäftsideen ist bis auf ein Word-Dokument mit vielen Stichpunkten nichts geworden und mein Label ist heute nur noch als Logo-Tattoo in der Nähe meines linken Schlüsselbeins existent. Aber wir wurden Musik-Buddies und starteten ohne Plan von Podcasting unsere Show. Seit dem 2. September 2018 treffen wir uns wöchentlich und stellen unsere Lieblingstracks als gepflegtes und in vielen Stunden kuratiertes Mixtape in die Welt. Dabei kommt es öfter mal zu Streitereien und Meinungsverschiedenheiten, denn jede/r hält seinen Geschmack für den most-dopesten-taste ever. Aber zum Glück mögen wir neben der Musik auch Rotwein, der uns schon öfter in Streitsituationen um Mottos oder Songs geholfen hat, das Ganze der Musik wegen harmonisch zum Abschluss zu bringen und die andere Person nicht länger als 5 Minuten komplett kacke zu finden.

Inzwischen heißt unsere Show „Marshas und Matzes Mixtape“und unsere Sendungen wurden schon fast 5.000-mal gestartet. Mehr Stats haben wir bisher nicht, wahrscheinlich sind wir mit unseren 20 Fans auf Soundcloud, 5 Abonnenten auf iTunes und ca. 3 Followern auf Spotify zu klein. Wir machen das ja irgendwie auch nur für uns und wir sind halt Musikfans, die keine wirklichen Ambitionen haben selbst Musik zu machen.

Klar, es gibt günstigere Hobbies, der Spaß kostet uns immerhin jeden Monat ca. 70 Euro (Gema, Songs kaufen, Hosting), aber was tut man nicht alles für seine große Liebe?!

Matze legt in 2 relativ hippen Bars im Belgischen auf und gibt einen dreistelligen Betrag im Monat für neue Platten aus. Meine Musikleidenschaft kostet mich im Vergleich sehr wenig, Familienabo sei Dank. Außerdem ist Musik meine gesündeste Sucht, bei der ich ganz offen zugebe, dass ich ohne sie nicht schlafen kann. Dank der fast unbegrenzten Verfügbarkeit neuer und alter Musik konnte ich mir außerdem eine wohlsortierte Musik-Bib einrichten mit nicht weniger als 50 selbsterstellten Playlisten, damit ich für jede Gelegenheit mit der perfekten Mucke ausgestattet bin.

Früher war vieles anders. Da lud mein Klassenkamerad Jan illegal Songs runter, um sie mir auf CD’s als meine ersten Mixtapes zu brennen. Auch damals war ich in der Namensgebung schon sehr kreativ, „We Love HipHop Vol. 1“oder „Shake it Baby“ sind nur einige der Titel meiner selbstgebrannten Mixtapes. Und die waren schon ein erheblicher Fortschritt zu den Kassetten. Da musste ich die ganze Zeit vor dem Radio sitzen um den passenden Moment zu erwischen, in denen die Fav-Tracks auf BFBS oder 1Live gespielt wurden. Oft genug erwischte ich dabei noch den Moderator, aber bei David Rodigan war das halb so wild und falls meine Tapes noch irgendwo existieren sollten, würde ich sie für ihren Retro-Musik-Love-Charakter abfeiern.

Heute ist das kaum noch vorstellbar, aber in der Erinnerung zu schwelgen gefällt mir irgendwie. Vor nicht allzu langer Zeit gab es noch kein Musikstreaming, kein YouTube und kein Shazam. Und dann kam die neue Welt, die wir lieben und ohne die heute gar nichts mehr geht.

Jetzt können wir vom Sofa aus Live Streams von Konzerten am anderen Ende der Welt ansehen. Jetzt können wir sehen was die Fav-Artists privat so treiben und feiern Künstlerinnen ab, die vor einigen Wochen noch kaum jemand in unserer Timezone kannte. Jetzt kann jeder Radio-DJ sein und da 1Live vor ungefähr 15 Jahren mein ungefragt eingereichtes Konzept für einen neuen Sender, mit den Worten „Danke, Marsha. Da hast du dir sehr viel Mühe gegeben“ abgelehnt hatte, bin ich heute umso dankbarer für die neue Welt.

 

 

 

 

 

Hier ist unser „Baby“

 

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