SdT – Live In the Moment

Immer. Auch an den Tagen, an denen man sich am Abend ratlos fragt, was habe ich denn heute eigentlich genau gemacht? Heute ist so ein Tag. Aber nur fast, denn die Momente in denen man/frau/mensch total vertieft in eine neue App ist und die eigenen Erfolge der Levels, die als „sehr schwer“ eingestuft sind, einfach abfeiert, sind ja auch schön.

 

Immer in Love, das geht… obwohl Solo

Liebe ist toll!

Auf die Glückwunschkarte zur Hochzeit meiner Schwester und ihrem Mann habe ich geschrieben, dass Liebe das schönste Gefühl ist, das zwei Menschen teilen können.

True irgendwie. Aber tatsächlich auch nur irgendwie. Denn ich habe gelernt, dass es auch als Single-Person möglich ist das Verliebtheitsgefühl zu spüren, ganz ohne im klassischen Sinne verliebt zu sein. Manchmal klappt das komplett Solo, meist in dem Moment, in dem man/frau/mensch einfach unconditionally happy ist.

Meistens passiert es allerdings halb Solo, das kommt zumindest in meinem Fall vor allem beim Konsum der Kreativität anderer vor. Der Klang, Rhythmus oder Text des Songs, der unter die Haut geht oder die Buchzeile, die man/f/m einfach zutiefst fühlt, bis jedes Wort aufgesaugt ist und danach nichts mehr so ist wie vorher. Manchmal bin ich in diesen Momenten so glücklich, dass die Tränen vor Glückseligkeit einfach aus den Augen kullern.

Liebe ist manchmal auch einfach alles Wunderbare von außen, das dazu führt das man/f/m das schönste Gefühl ever erlebt. Und damit meine ich tatsächlich nicht den Orgasmus, sondern einfach Liebe für den Moment. Manchmal ist das auch eine freundliche Geste von fremden oder bekannten Menschen, denen man/frau/mensch begegnet, manchmal ein Lächeln, manchmal die Message aus einem YouTube Video. Fast immer dann, wenn der süße Hund sein Pfötchen hergibt.

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Wie sagt man so schön, in der Liebe ist alles möglich und manche Menschen munkeln man würde als unverheirateter Solo-Liebendersogar länger leben, andere behaupten das Gegenteil, aber wer weiß das schon?!

 

Letztlich kommt es doch eh auf das Jetzt an und natürlich auf den Song, der es immer schafft meinen Moment zu verschönern und mich dazu animiert hat viel mehr zu schreiben, als ich eigentlich geplant hatte.

 

SdT – Things ain’t like they used to be

 

Tings ain’t like they used to be, innit cuz?

Ich gucke fleißig die älteren Top Boy Folgen und fühle mich in meine Kind- und Teenagerzeit zurückversetzt, innit?!

 

Manche Wörter sind durch das Anglistik- und Philosophie-Studium nur noch als halbtote Relikte in meinem Sprachgebrauch vorhanden, wobei das Wort, oder besser die Frage „innit?“ natürlich ganz romantischen Retro-Charme für meine Ami-Netflix-infiltrierten Öhrchen hat. Vielleicht war „innit“ sogar nach dem Bachelor mal wieder online, aber dann kam das Literaturstudium, der Job im internationalen Umfeld und meine englische Sprache wurde stiff, stiff, stiffer und voller order!

Und auch meine deutsche Sprache verändert sich permanent, man wird halt älter (sigh). „Huansohn“, „Flotze“ und „Biatsch“ wurden durch die schönen adäquaten Nomen  „Waschlappen“ und „Insta-Bee-Kleiderstange“ ersetzt. Fremde Menschen Siezen mich inzwischen, außer den kölschen Kölner Taxifahrern, aber die dürfen das mit dem Du auch gerne weiterhin durchziehen, manches soll sich eben auch nicht ändern!

I’m back!

Ich bin überrascht wie schnell sich Interessen in einem Jahr ändern können.

War ich 2018 noch total vertieft ins Online-Dating mit der Suche nach meinen Traumpartner (no news btw) beschäftigt und mich mit der Diagnose und meinem Körper auseinanderzusetzen, bin ich heute irgendwie frei von alldem und endlich Mal zufrieden.

Viele Self-Help und Self-Motivation Videos haben mich auf dem niemals endenden Weg dorthin begleitet. Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken, Neues zu lernen und Neues zu begreifen. Jeder Tag bringt mich meinem 23-Jährigen Ich näher, das Philosophie des Geistes studiert hatte und ein großer Fan von Descartes Dualismus war. Ohne es damals erklären zu können. Für mich war es einfach klar, dass jeder Mensch mehr sein muss, als das, was wir durch unsere Sinne wahrnehmen können. Aber darum soll es hier tatsächlich nur am Rande gehen, denn um wieder Geschriebenes zu teilen, fange ich erstmal klein mit der Rubrik SdT – Song des Tages an. Die zahlreichen Dokumente auf dem Schreibtisch sind bei rückblickender Betrachtung auch nur so lala, deshalb beschäftige ich mich zunächst lieber mit dem kreativen Output von anderen Menschen… Ihr wisst schon, eigentlich Introvert, aber in der heutigen Welt werden selbst Intros zu (meist leisen) Selbstdarstellern.

 

In diesem Sinne: Vorhang auf!

Marshas und Matzes Mixtape is on!

Mein Kumpel Matze und ich haben im Spätsommer 18 angefangen einen Podcast aufzunehmen. Am Anfang wussten wir nur, dass wir unsere Fav-Tracks spielen wollten. Wie Radio-DJs. Wir nannten unseren Podcast deswegen auch ganz pragmatisch Marshas und Matzes Radioshow und waren happy endlich ein neues Ventil für unsere Musik-Fan-Zone gefunden zu haben.

Bevor wir den Podcast starteten war der eigentliche Plan Ideen für die Vermarktung meines Labels zu finden und uns als erfolgreiche Fairtrade Streetwear-Label-Leute zu etablieren. Meistens hörten wir aber viel lieber Musik und philosophierten dabei über die Zukunft des Internets. Matze war überzeugt davon, dass Podcasts der neueste Shit seien. Ich war eher der YouTube und Netflix Fan.

Aus den vielen teilweise guten und teilweise echt obskuren Geschäftsideen ist bis auf ein Word-Dokument mit vielen Stichpunkten nichts geworden und mein Label ist heute nur noch als Logo-Tattoo in der Nähe meines linken Schlüsselbeins existent. Aber wir wurden Musik-Buddies und starteten ohne Plan von Podcasting unsere Show. Seit dem 2. September 2018 treffen wir uns wöchentlich und stellen unsere Lieblingstracks als gepflegtes und in vielen Stunden kuratiertes Mixtape in die Welt. Dabei kommt es öfter mal zu Streitereien und Meinungsverschiedenheiten, denn jede/r hält seinen Geschmack für den most-dopesten-taste ever. Aber zum Glück mögen wir neben der Musik auch Rotwein, der uns schon öfter in Streitsituationen um Mottos oder Songs geholfen hat, das Ganze der Musik wegen harmonisch zum Abschluss zu bringen und die andere Person nicht länger als 5 Minuten komplett kacke zu finden.

Inzwischen heißt unsere Show „Marshas und Matzes Mixtape“und unsere Sendungen wurden schon fast 5.000-mal gestartet. Mehr Stats haben wir bisher nicht, wahrscheinlich sind wir mit unseren 20 Fans auf Soundcloud, 5 Abonnenten auf iTunes und ca. 3 Followern auf Spotify zu klein. Wir machen das ja irgendwie auch nur für uns und wir sind halt Musikfans, die keine wirklichen Ambitionen haben selbst Musik zu machen.

Klar, es gibt günstigere Hobbies, der Spaß kostet uns immerhin jeden Monat ca. 70 Euro (Gema, Songs kaufen, Hosting), aber was tut man nicht alles für seine große Liebe?!

Matze legt in 2 relativ hippen Bars im Belgischen auf und gibt einen dreistelligen Betrag im Monat für neue Platten aus. Meine Musikleidenschaft kostet mich im Vergleich sehr wenig, Familienabo sei Dank. Außerdem ist Musik meine gesündeste Sucht, bei der ich ganz offen zugebe, dass ich ohne sie nicht schlafen kann. Dank der fast unbegrenzten Verfügbarkeit neuer und alter Musik konnte ich mir außerdem eine wohlsortierte Musik-Bib einrichten mit nicht weniger als 50 selbsterstellten Playlisten, damit ich für jede Gelegenheit mit der perfekten Mucke ausgestattet bin.

Früher war vieles anders. Da lud mein Klassenkamerad Jan illegal Songs runter, um sie mir auf CD’s als meine ersten Mixtapes zu brennen. Auch damals war ich in der Namensgebung schon sehr kreativ, „We Love HipHop Vol. 1“oder „Shake it Baby“ sind nur einige der Titel meiner selbstgebrannten Mixtapes. Und die waren schon ein erheblicher Fortschritt zu den Kassetten. Da musste ich die ganze Zeit vor dem Radio sitzen um den passenden Moment zu erwischen, in denen die Fav-Tracks auf BFBS oder 1Live gespielt wurden. Oft genug erwischte ich dabei noch den Moderator, aber bei David Rodigan war das halb so wild und falls meine Tapes noch irgendwo existieren sollten, würde ich sie für ihren Retro-Musik-Love-Charakter abfeiern.

Heute ist das kaum noch vorstellbar, aber in der Erinnerung zu schwelgen gefällt mir irgendwie. Vor nicht allzu langer Zeit gab es noch kein Musikstreaming, kein YouTube und kein Shazam. Und dann kam die neue Welt, die wir lieben und ohne die heute gar nichts mehr geht.

Jetzt können wir vom Sofa aus Live Streams von Konzerten am anderen Ende der Welt ansehen. Jetzt können wir sehen was die Fav-Artists privat so treiben und feiern Künstlerinnen ab, die vor einigen Wochen noch kaum jemand in unserer Timezone kannte. Jetzt kann jeder Radio-DJ sein und da 1Live vor ungefähr 15 Jahren mein ungefragt eingereichtes Konzept für einen neuen Sender, mit den Worten „Danke, Marsha. Da hast du dir sehr viel Mühe gegeben“ abgelehnt hatte, bin ich heute umso dankbarer für die neue Welt.

 

 

 

 

 

Hier ist unser „Baby“